Heinrich Hüner - ein großer Visselhöveder Heimatforscher, Kunstförderer und Literat

Heinrich Hüner wurde am 15.02.1881 in Visselhövede geboren. Seine Eltern bewirtschafteten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb. Der kleine Heinrich fühlte sich jedoch nicht zur Landwirtschaft hingezogen. Er war wissensdurstig und schon früh entdeckten seine Lehrer seine Begabungen und förderten ihn. Er entschloss sich zum Lehrerberuf. Er übernahm Lehrer- und Organistenstellen in Otze, Behningen und Stellichte, kümmerte sich um heimatkundliche Belange, forschte und wanderte. Endlich konnte er sich auch ein Rad anschaffen, um damit weiter abliegende Ziele zu erreichen. Keine Fahrt oder Bahnreise war ihm zu weit, um an Theater- oder sonstigen Veranstaltungen teilnehmen zu können. Noch in Stellichte legte er seine Mittelschullehrerprüfung ab und später noch die Rektorenprüfung, von der er allerdings nie Gebrauch machte.1910 kam er als Lehrer nach Celle an die Mittelschule. 1913 beschloss der "Gemeinnützige Verein" der Stadt, eine Bücherei einzrichten. In monatelanger Arbeit ordnete Heinrich Hüner die Bücher und ergänzte sie. Für ihn waren Bücher Kostbarkeiten, an die er in seiner Jugend nur schwer herangekommen war. Er verwaltete die Bücher bis zum ersten Weltkrieg und kümmerte sich auch später wieder um sie.Im Jahre 1919 wurde die "freie Volksbühne" gegründet, die das damalige "Sommertheater" ablöste. Von 1921 bis 1933 übernahm Hüner die Leitung. Es war eine Tätigkeit, die ihn nicht nur brennend interessierte, sondern auch zutiefst befriedigte. Sie brachte Arbeit, Sorgen und finanzielle Schwierigkeiten mit sich, da er sie nur mühsam durch die Zeit der Inflation retten konnte. Dazu ein wörtliches Zitat aus seiner Biographie: "Es gab stets Sorge, wenn der Geldwert außerordentlich sank. Glücklicherweise half uns Herr Schenk von der Schulzeschen Buchhandlung über die schlimmste Zei der Inflation hinweg, indem er die Gelder, die allmonatlich für die Veranstaltungen einkassiert wurden, sogleich in Verwahrung und sie in Büchern anlegte, ohne dass sie wertbeständig blieben. Ohne diese Absicherungen wären wir in die allerschwierigsten Lagen kommen, war doch einmal, als eine Vorstellung wirklich durchgeführt wurde, der Geldwert aller am Anfang des Monats eingesammelten Beträge auf den Wert von 2 Pfennig gesunken." Weiter erzählt er, dass viele Celler der Meinung gewesen seien, dass die "Freie Volksbühne" in der schweren Nachkriegszeit das beste gewesen sei, was kulturell möglich war. Alles, was Rang und Namen als Künstler hatte, holte Heinrich Hüner nach Celle. 1933 sollte ein Parteigenosse die Leitung der Volksbühne übernehmen. In die Partei eintreten wollte Hüner nicht. Er legte das Amt nieder und widmete sich von nun an seinen schriftstellerischen Neigungen. Vieles schrieb er in Plattdütsch, denn er vergaß seine Herkunft nie. "Der unterirdische Gang" und "Die Gilkenheide" erschienen als kleines Büchlein.