Wittorf

Die ehemals selbständige Gemeinde Wittorf besteht aus den Ortsteilen Wittorf, Bretel, Düsternheide und Grapenmühlen. Der Hauptort liegt ca. 55 m über dem Meeresspiegel auf einer Grundmoräneninsel. Dieser Hügel erhebt sich aus den vermoorten Talauen des Visselbaches, Grapenmühlenbaches und des Dahnhorstgrabens. Wittorf liegt an der B 440 zwischen Rotenburg und Visselhövede. In den Ort münden die Kreisstraßen aus Richtung Kirchwalsede/Lüdingen und Jeddingen.

Wittorf (Witthorpe, Wittorp, Wittörp) setzt sich zusammen aus den Silben „Wit“ und „torf“. Da „Witt“ (Widi, Wede) Wald oder Höhe bedeutet, wäre Walddorf eine angemessene Übersetzung. Der Name Wittorf ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts gebräuchlich, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus 1246. Seit Jahren erfolgen archäologische Ausgrabungen im Bereich einer Sandkuhle, die vermuten lassen, dass es bereits um 1400 vor Chr. hier eine Besiedelung gab.

Das Schmuckstück des Ortes ist die 1987 renovierte St. Nikolaus Kapelle. Sie wurde im Fachwerkstil im Jahre 1605 von Bischof Phillip Sigismund zu Verden fundiert. Alle Amtshandlungen wie Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern finden hier statt.

Für die Schulkinder wurde 1776 ein erstes Schulhaus gebaut, 1850 durch einen Neubau ersetzt. 1896 entstand die jetzige Schule. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer Volksschule alter Prägung zu einer Grundschule für die 1. bis 4. Klasse gewandelt. Der Pausenhof wurde neu gestaltet und durch den Bau eines zusätzlichen Klassenraumes wurde die Raumsituation verbessert.

Wittorf war von alters her Knotenpunkt der Postkutschenverbindungen (Hannover / Hamburg / Bremen), die Gaststätte „Zur Post“ war Pferdewechselstation. Um 1900 wurde eine Bahnverbindung zwischen Bremervörde und Walsrode geschaffen, die auch durch Wittorf führte und, wenn man so will, drei „Bahnhöfe“ in Wittorf hatte. In den 70er-Jahren wurde die Strecke stillgelegt und mittlerweile durch einen Radwanderweg ersetzt, der als einer der schönsten im Landkreis Rotenburg bezeichnet werden kann. Z.Z. sind noch neun landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe aktiv, welche ausschließlich als Familienbetriebe wirtschaften, vor ca. 20 Jahren gab es noch ca. 35 aktive Landwirtschaftsbetriebe. Diese Entwicklung entspricht dem allgemeinen Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Zu den wichtigen öffentlichen Einrichtungen für Wittorf gehört der Kindergarten und das Dorfgemeinschaftshaus, die sich zusammen mit der Schule im Zentrum des Ortes befinden. Die intakte Dorfgemeinschaft pflegt ein reges Vereinsleben. Die Grapenmühle wird nach der Topographie der Herzogtümer Bremen und Verden schon 1680 als einstellige Mühle genannt. Das jetzt noch vorhandene Mühlengebäude an der B 440 datiert vermutlich aus dem Jahre 1781.