Wehnsen

Das Dorf Wehnsen liegt im Süden der Stadt Visselhövede an der Grenze zum Landkreis Soltau-Fallingbostel. Es ist von der Fläche her die kleinste Ortschaft der Stadt Visselhövede. Zurzeit leben 100 Einwohner in 33 Häusern. Die erste Erwähnung von Wehnsen, welches als Wedensen bezeichnet wurde, ist auf 1237 bis 1246 datiert. Von den im Urkundenbuch der Verdener Bischöfe erwähnten sieben Höfen waren im Jahr 1540 nur noch vier erhalten. Das alte Dorf ist im Westen und Nordosten von Hügeln und im Süden von Wald umgeben, so dass die Höfe windgeschützt liegen. Außerdem liegt das Dorf am Rand einer feuchten Niederung mit dem Wehnser Bach, der für die Wasserversorgung von Mensch und Tier wichtig war. Die Dorflage wurde sehr bewusst gewählt und es kann angenommen werden, dass der Ort noch älter ist als erwähnt. Denn die ersten sieben Höfe sind sicher nicht zur gleichen Zeit entstanden. Im Jahre 1908 wurden die Nöfe Nr. 8 und 9 im sogenannten Fuhrendorf erbaut. Diese Bezeichnung entstand, weil auf den Flächen, die besiedelt wurden, Kiefern standen und diese auf Plattdeutsch Fuhren heißen. 1927 entstanden die Siedlerstellen Nr. 10, 11 und 12 in der Mitte vom Ort und Neu-Wehnsen mit den Nummern 13 bis 20 im nordöstlichen Teil der Wehnser Gemarkung. Die meisten dieser Siedler betrieben eine Nebenerwerbslandwirtschaft.

Zwischen 1966 bis 1994 entstanden die Häuser 24 bis 29 am östlichen Ortsrand von Wehnsen. Durch den Strukturwandel hat sich das Dorf von einem rein landwirtschaftliche geprägten Ort in ein Wohndorf mit nur noch einem Voll- und drei Nebenerwerbsbetrieben gewandelt. Durch den behutsamen Umbau von nicht mehr benötigten landwirtschaftlichen Gebäuden in Wohnungen hat der Ort seinen dörflichen Charakter erhalten. In Wehnsen lebt man und wohnt nicht in einem Schlafdorf. Bei dem Doppeljubiläum 750 Jahre Wehnsen und 75 Jahre Neu-Wehnsen am 1. Juni 2002 wurde Wehnsen als Kleinod, kleines Paradies, Oase des Friedens und der Stille bezeichnet.

In Wehnsen wird die Dorfgemeinschaft gepflegt. Die Kinder feiern Fasching und im Herbst gibt es für die Kleinen einen Laternenumzug. Im März findet immer der Frühjahrsputz in der Wehnser Feldmark statt, an dem sich auch viele Kinder beteiligen. Dadurch wachsen sie früh in die Gemeinschaft rein.

Am Ostersamstag wird am Nachmittag der dorfeigene Unterstand aufgestellt, worin man sich dann am Abend beim Abrennen des Osterfeuers trifft und so manchen Klönschnack abhält. Am ersten Sonntag im Mai wird beim König die Scheibe angenagelt. Der Bürgerkönig wird auf dem Dorffest im August ausgeschlossen.

Die älteren Männer über 60 schneiden im Sommer traditionell Korn für den Wehnser Erntewagen. Dieser wird für das Erntefest in Jeddingen von der älteren Generation geschmückt. Am 3. Oktober feiern die Wehnser mit einem Frühschoppen den Tag der Deutschen Einheit. Seit 2004 haben sich einige Wehnser Paare zum „Bunten tanzen“ zusammengefunden. Die Wehnser sind stolz auf ihr kleines Dorf und arbeiten gemeinsam an seinem Erhalt.

(Text von Heinrich Freytag, Ortsvorsteher)

Postmeilenstein

Der Wehnser Postmeilenstein steht an der alten historischen Postkreuzung zwischen Neu-Wehnsen und Kettenburg. Die eine Linie führte von Hannover nach Stade. Die zweite Postroute ging von Harburg über Visselhövede nach Nienburg mit Anschluß nach Osnabrück bis zu den Niederlanden.

Der Stein ist eingemessen und eingetragen in die Liegenschaftskarte des Katasteramtes Rotenburg/Wümme. Außerdem ist er bei der Forschungsgruppe Meilensteine e.V. unter der Registernummer „1950“ eingetragen. Eine Erläuterungstafel neben dem Stein gibt weitere Hinweise.

(Text von Herbert Ahlden)

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