Rosebruch

Am Nordrand von Visselhövede befindet sich das Gebiet der ehemals selbständigen Gemeinde Rosebruch. Dazu gehören die Ortschaften Rosebruch, Moordorf und Hütthof. Vier Bäche queren die Gemarkungen: die Wiedau (im Landkreis Soltau-Fallingbostel auch Mehlbach genannt), der Hahnenbach, die Rodau und der Schweinekobenbach. Zusammen mit den diversen zugehörigen Nebenbächen oder Gräben begründet dies den hohen Anteil an Gründlandflächen in Rosebruch. Das Gebiet ist als Naturraum der sog. Botheler Niederung zugeordnet.

Der Name der zentral gelegenen Ortschaft Rosebruch leitet sich ab von der Rodau: den Bruch roden war die erste Arbeit der Ansiedler. Aus dem mittelalterlichen rodesbroke entstand Rodesbrok, neuhochdeutsch Rosebruch. Nach sagenhafter Überlieferung soll um 1184 der aus Friesland vertriebene Häuptling Hajo beim Rodesbrok eine Burg erbaut haben, die der Bischof von Verden niederreißen ließ. Urkundlich belegt ist Rosebruch zuerst 1363. 1385 werden drei Höfe in rodesbrok erwähnt. Um 1600 erscheint der vierte Hof. Das Ortsbild hat sich bis 1900 kaum verändert. In den Jahren 1957 – 1961 wurden außerhalb des Ortskerns in der Nähe von Moordorf fünf Siedlerstellen errichtet. Als 1969 der Bau der Visselhöveder Mittelpunktschule abgeschlossen war, wurden auch die Rosenbrucher Schulkinder dorthin umgeschult. Erst vor einigen Jahren ist unmittelbar nördlich von Rosebruch ein einzelstehender Bauernhof mit großem Schweinestall entstanden (Hs.Nr. 14).

Eine einzigartige Entstehungsgeschichte hat der Ortsteil Moordorf. Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist im Raum Bremen-Verden eine Zeit umfangreicher Moorkolonisation gewesen. Dem damaligen Kurfürsten von Hannover, Georg III (gleichzeitig König von England), war es darum gegangen, das Land dichter zu besiedeln. Beispielhaft erfolgte die Urbarmachung und Besiedelung des Teufelsmoores in der Nähe von Bremen, die eng mit dem berühmten Moorkommissar Jürgen Christian Findorff verbunden ist. 1779/80 entstand nach einem ähnlichen Muster die Kolonie Moordorf (ähnliche Ansiedlungen erfolgten auch in Hellwege und Borchel). Zwei Bauern traten 50 ha Moorgebiet auf der Grundlage eines Vertrages an das Amt Rotenburg ab, welches diese Fläche zu gleichen Anteilen auf 10 Neubauern aufteilte. In einer Jubiläumsschrift von 1980 „200 Jahre Moordorf“ ist die Geschichte des Ortes umfassend beschrieben. Auch heute hat Moordorf noch einen eigenen Friedhof (geführt vom Förderverein), wohingegen Bestattungen von Hütthofer und Rosebrucher Bürgern in Visselhövede erfolgen. Seite 1929 gehört Moordorf der Gemeinde Rosebruch an.

Der Name Hütthof wird 1582 in einer Urkunde erstmalig erwähnt. Der Name scheint von „hütten“ zu kommen. Die Hütthofer Kinder haben von jeher die Buchholzer Schule besucht, so dass die drei Hütthofer Bauern schon im Jahre 1779 nachweisbar schreibkundig waren. Heute befinden sich hier zwei landwirtschaftliche Betriebe und drei Einfamilienhäuser. Überregional bekannt ist das Metronom, ein selbständig geführter Theaterbetrieb, der neben seiner Tätigkeit als Tourneetheater hier eine eigene Spielstätte gefunden hat.

Der Verein „Rosebrucher Dorfgemeinschaft“ gestaltet die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen: Osterfeuer, Pfingstbaumschleppen, Flohmarkt, Rasenmäherrennen sowie das Erntefest am dritten Wochenende im September sind hier zu nennen. Das Erntefest mit den dazugehörigen umfangreichen Vor- und Nachbereitungen bildet den Höhepunkt des Jahres.

Wegen der niedrigen Einwohnerzahl sind ansonsten keine weiteren Vereine in den Dörfern vorhanden. Die Bewohner haben sich den Vereinen in den größeren Nachbarorten angeschlossen, z.B. Hemslingen / Söhlingen oder Buchholz (Feuerwehr).

Zum Ortsbild gehören seit ca. 20 Jahren Gasbohrstellen, die im Raum Rosebruch erhebliche Mengen fördern. Unmittelbar an der Gemeindegrenze befindet sich auf dem Gebiet der Samtgemeinde Bothel eine große Gasreinigungsanlage, die der Aufbereitung dient.