Nindorf

Unmittelbar westlich an den Kernort angrenzend befindet sich der Ortsteil Nindorf. Nindorf hat ca. 600 Einwohner und die Gemarkungsgröße umfasst ca. 1.000 ha. Die ländliche Struktur des Ortes ist durch die landwirtschaftlichen Betriebe, das typisch historische Ortsbild und die sehr schöne Natur in und um Nindorf geprägt. Besonders eindrucksvoll ist der alte Ortskern, der durch den sehr alten Eichbaumbestand und durch die zum Teil historische und verschiedenartige Gebäudearchitektur auffällt.

In den Vorjahren haben sich an den Ortsrändern einige mittelständische und leistungsstarke Gewerbebetriebe niedergelassen, die jedoch das Ortsbild nicht nachteilig veränderten. Besonders erwähnenswert sind auch die Hotel-, Restaurant- und Gaststättenbetriebe, deren guter Ruf weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Sie haben sich auf den Fremdenverkehr und den Seminarbetrieb spezialisiert, sind aber auch für die Dorfbevölkerung wichtige Einrichtungen.

Tragende Säulen des Ortes sind die zahlreichen Vereine, die Freiwillige Feuerwehr und die sonstigen kleinen Vereinigungen, wozu z.B. auch regelmäßige Altennachmittage der Seniorinnen gehören. Grundlage für die gute Dorfgemeinschaft ist das Vereinsleben und der gute Zusammenhalt der Dorfbevölkerung, die aber auch gegenüber Besuchern der Ortes sehr aufgeschlossen ist. Als Besonderheit zu erwähnen ist, dass die Nindorfer Jagdgenossenschaft ihre Gemeindejagd stets an ortsansässige Jäger verpachtet hat und auf diese Weise ebenfalls sehr zum Zusammenhalt der Dorfbewohner beigetragen hat.

Obwohl der Name Nindorf Neues Dorf bedeuten soll, ist ein Ort „Nenthorp“ um 935 urkundlich erstmals erwähnt (Heinrich I bestätigt ein Tauschgeschäft zwischen dem Bistum Hamburg und dem „Edlen“ Willari). Ob es unser Nindorf ist? Eine Besiedlung des Raumes ist schon in der Steinzeit erfolgt. Flurnamen wir Hünenkamp weisen auf altgermanische Kultstätten hin.

Ab 1833 erfolgte die Verkoppelung der Gemeinde (Neuordnung des Grundbesitzes). Straßen wurden angelegt und wegen der großen Feuergefahr einige Höfe ausgesiedelt. Um 1900 entwickelte sich Nindorf auch durch den Bau der Eisenbahnlinie Visselhövede-Rotenburg zu einer größeren Ortschaft. Arbeiter siedelten sich in Paterbusch und „Döhrmannsdorf“ an.

Der Name „Paterbusch“ hat einen historischen Hintergrund. 1567 nahm das Kirchspiel Visselhövede die lutherische Lehre an. Während der Gegenreformation wurde 1630 der lutherische Geistliche vertrieben und durch den Jesuitenpater Arnoldi ersetzt, der die Rückkehr der Kirchspielangehörigen zum katholischen Glauben auch über die Festsetzung von Geldstrafen erzwingen wollte. Als die bitterarmen Visselhöveder um Ermäßigung und Stundung der Summe baten, wurde die Strafe verdoppelt. Jetzt loderte in der Bevölkerung offener Hass auf, der Pater wurde boykottiert und sah sich gezwungen, Visselhövede zu verlassen. Am 9.11.1631 wurde er in einem an der Straße nach Jeddingen liegenden Wäldchen ermordet. Das Gehölz liegt in der Visselhöveder Gemarkung. Es wird seit dieser Zeit „Paterbusch“ genannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Nindorf zu einer beruflich gemischten Gemeinde. Es entstand die erste Siedlung auf dem ehemaligen Schulland, dann ein weiteres Neubaugebiet „Im Blöcken“. Dadurch ist Nindorf seit 1970 von 446 auf nunmehr 600 Einwohner angewachsen.

Eine der wichtigsten aktuellen Entscheidungen für Nindorf war 1997 die Einführung des Flurbereinigungsverfahrens. Auf diese Weise sind in den Wegebau, öffentliche und private Dorferneuerungsmaßnahmen sowie den Naturhaushalt erhebliche Summen investiert worden, die zu einem großen Teil öffentlich gefördert wurden. Bis jetzt sind etwa 80% der Maßnahmen durchgeführt.