Kettenburg

Kettenburg, zur Zeit 285 Einwohner zählend, hat ein Gut und 29 Bauernhöfe (davon drei größere ca. 1/3 der Höfe sind noch Vollerwerbsbetriebe), 33 Ein- und Mehrfamilienhausgrundstücke, eine Zimmerei mit Sägewerk, eine Baumschule und das Schützenhaus im sogenannten Zentrum. Alles verteilt sich auf eine Fläche von 12,5 km² in einer reizvollen Landschaft mit Wiesen, Äckern und Mischwäldern sowie dem schönen Lehrde-Tal.

Bis zur Gebietsreform 1974 gehörte Kettenburg, mit seinen Ortsteilen Griemen, Fahlbeck und Hilligensehl, politisch zum Landkreis Fallingbostel. Die vielfältigen persönlichen und wirtschaftlichen Verbindungen waren dann mit ausschlaggebend, dass Kettenburg dem Landkreis Rotenburg und somit der Stadt Visselhövede politisch zugeordnet wurde. Mit der Schule hatte man sich schon 1969 nach Visselhövede orientiert.

Kettenburg dürfte seinen Ursprung in der um das Jahr 1000 aus drei Höfen bestehenden Siedlung Kedin haben. Um 1480 wird ein Johann Voged mit der Kettenburg belehnt und nennt sich dann „von der Kettenburg“. Burg und Kapelle veröden ab 1760. In den Jahren 1875 bis 1878 wird ein neues Schloss erbaut, bewohnt wird es von einem Zweig der alten Familie v.d. Kettenburg.

Die Ortsteile Fahlbeck und Griemen werden urkundlich zuerst 1470 bzw. 1471 erwähnt, in einem Verzeichnis durch Herzog Friedrich des Älteren von Braunschweig-Lüneburg.

Aus der Chronik der Volksschule Kettenburg: „Als am Vormittag des 18. April 1945 hier der Kampf um den Bahnhof Visselhövede tobte, spielten sich auch um Kettenburg heftige Kämpfe ab. Der Ort lag einige Stunden unter englischem Artilleriefeuer und im Bombenhagel der Flieger. Dabei erhielten viele Wohnhäuser im Ort Volltreffer und brannten nieder. Es verbrannten ca. 25 Gebäude, mit Vieh und sonstigem Inventar. Bei den Kämpfen um Kettenburg fielen 25 Marinesoldaten, von denen 12 auf dem Gemeindefriedhof und 13 im Sammelgrab an der Stellichter Straße auf einem Grundstück vom Gut ihre letzte Ruhe fanden, dort wo sie auch gefallen waren.“

In den letzten 20-25 Jahren hat sich in Kettenburg nicht viel verändert. Einige Einfamilienhäuser sind dazu gekommen (meistens Kinder aus hier ansässigen Familien). Seit 2004 haben wir hier ein neues Baugebiet „Am Lehrdetal“ mit sieben Bauplätzen. Ursprünglich gedacht für Kettenburger, die in Kettenburg bleiben wollen, hat die Entwicklung aber nun gezeigt, dass ein jeder hier in Kettenburg bauen kann. Von den sieben Bauplätzen sind vier bereits bebaut.

Feuerwehr, Schützenverein und Dorfjugend sind kulturelle Träger im Dorf.

Vielfältige Kontakte gibt es insbesondere auch zur Nachbargemeinde Stellichte. Es gibt hier drei Eigenjagden und die Gemeindejagd, immer verpachtet an Jäger aus Kettenburg.

Da beide Gastwirtschaften Anfang der 70er Jahre ihren Betrieb einstellten, haben wir das Schützenhaus hier errichtet und so werden alle Veranstaltungen im Dorf hier abgehalten.

 

Ortsteil Hilligensehl

Hilligensehl war wahrscheinlich eine vorchristliche Kultstätte, „Heilige Stätte“, sagt man, davon hat die Siedlung ihren Namen. Hilligensehl ist eine Siedlung, die erst ab 1934 entstanden ist. Sie besteht aus 16 Siedlerstellen (landwirtschaftliche Betriebe) von durchschnittlich je 20 ha Größe. Die Siedler stammen alle aus dem Umsiedlungsgebiet (Truppenübungsplatz) des Kreises Fallingbostel, aus Böstlingen und Oberhode.

Die Siedler erhielten z.T. neubestelltes Land und angesäte Wiesen. Als gemeinschaftlichen Besitz erhielten sie noch einen kleinen Mischwald mit einer Größe von 78 Morgen.

(Text tlw. von Pamela Helmke, Ortsvorsteherin)