Drögenbostel

Die Ortschaft Drögenbostel gehört zur Stadt Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme). Die Gemarkung grenzt im Osten und Süden an den Landkreis Heidekreis, im Norden an die Ortschaft Rosebruch und im Westen an die Ortschaft Hiddingen.

Verkehrlich wird der Ort durch die Landesstraße L 171 erschlossen. Durch die zentrale Lage im Autobahndreieck A7/A1/A27 sind die großen Städte Hannover, Bremen und Hamburg mit dem PKW innerhalb von einer Stunde zu erreichen.

In Drögenbostel leben ca. 120 Einwohner. Die Gemarkung umfasst eine Fläche von 571,5 Hektar. Hiervon sind 266 ha Wald, 126 ha Grünland, 129 ha Ackerland und 50,5 ha Siedlungsflächen.

Die Ortschaft wird seit der Eingemeindung in die Stadt Visselhövede durch eine/n Ortsvorsteher/in repräsentiert. Dieser hat die Interessen der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der gesamten Dorfgemeinschaft gegenüber der Stadt, dem Landkreis und anderen Behörden zu vertreten. Durch regelmäßige Einwohnerversammlung hat jeder Bürger die Möglichkeit sich aktiv an der Dorfpolitik zu beteiligen. Dieses Prinzip hat sich in den letzten 40 Jahren bewährt.

Im Rahmen dieser Einwohnerversammlungen beschloss man 1978 sich erstmals am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu beteiligen. Seitdem nimmt die Ortschaft in regelmäßigen Abständen am Dorfwettbewerb teil und konnte in gemeinschaftlicher Arbeit gute Ergebnisse erzielen.

Drögenbostel schaut über den Tellerrand. Bereits nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schloss sich die damalige Gemeinde verschiedenen Zweckverbänden an. Auch heute wird versucht die Herausforderungen der Zeit zusammen mit anderen Orten zu bewältigen. Es ist daher nichts außergewöhnliches, dass sich die Einwohnerinnen und Einwohner z. B. dem Sportverein Schwitschen angeschlossen haben und das Feuerlöschwesen zusammen mit der Ortschaft Hiddingen organisiert wird. 

Geschichtliches: 

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung ist auf den 16. März 1275 datiert. Hierin bekennt sich der Ritter Johann Clüver, dass er den Zehnten in Drögenbostel an den Priester Heinrich, Vikar am St. Katharinen-Altar im Verdener Dom, verkauft hat. Die eigentliche Entstehung der Siedlung Drögenbostel dürfte allerdings weiter zurückliegen. Hierüber geben die sich in der Nähe befindlichen Hügelgräber aus der Bronzezeit, sowie der Höllenberg (93,4 m über N.N.), der ein Thingplatz gewesen sein soll, Auskunft. Weitere bekannte urkundliche Erwähnungen stammen aus dem 1464 (Verkauf eines Hofes an die Visselhöveder Johannisbruderschaft) und aus dem 1651 (Schenkung dreier Drögenbosteler Höfe durch die schwedische Königin Christina nach dem Dreißigjährigen Krieg an den Grafen Königsmarck).

Zu der Entstehung des Ortsnamens kann folgendes gesagt werden:

Die Orte die ein „Borstel“ oder „Bostel“ (Plattdeutsch: „Bossel“) im Namen tragen, haben meist eines gemeinsam: Ursprünglich waren diese Orte einzelne Höfe um die sich später Ortschaften bildeten. Oft waren diese Höfe Edelingssitze mit staatlichen bzw. grundherrschaftlichen Forst. Meist lagen sie auf hochgelegenen Böden nahe fischreichen Gewässern.  Allen „Borstels“ liegt das althochdeutsche Wort „Bur“ zugrunde, das kurz mit „Siedlung“ übersetzt werden kann. Das Wort „drög“ stammt aus dem Plattdeutschen und ist mit „trocken“ zu übersetzen. Zusammengefasst kann also „trockene Siedlung“ übersetzt werden, was wohl ein Hinweis auf den sehr trockenen Ackerboden nahe dem Höllenberg ist.

Ursprünglich soll Drögenbostel ein einstelliges herrschaftliches Gehöft gewesen sein, das als Festung  ausgebaut war. Diese „Burg“ hat an der Landstraße von Visselhövede kommend auf der rechten Seite am Ortseingang gelegen. Das Gehöft wurde später in drei Vollhöfe geteilt. Zwei dieser Vollhöfe danach nochmals in vier Halbhöfe. Im Jahre 1819 wurde von dem Vollhof eine Abbauerstelle abgetrennt und an einen Drögenbosteler Häusling verkauft. Um 1840 wurde die örtliche Schule mit Land ausgestattet, wodurch eine Anbauerstelle entstand. Um 1848 wurden von dem Halbhof Nr. 2 zwei Anbauerstellen abgetrennt. Damit war die Siedlungsentwicklung unseres Dorfes zunächst abgeschlossen und wurde erst wieder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ergänzt, als 1944 durch die Gemeinde ein Behelfsheim errichtet wurde. In den darauffolgenden Jahren wurden mehrere Wohnhäuser gebaut. Im Jahre 1973 beschloss die Gemeinde Drögenbostel einen Bebauungsplan für das Gebiet „Gannerkamp“ aufzustellen. 1983 wurde dieses Baugebiet ergänzt. 2001 wurden weitere Flächen für die Wohnbebauung zugelassen.

Im Jahre 1784 erhielt die Gemeinde die Genehmigung eine eigene Schule einzurichten. Diese bestand bis 1962. Die schulpflichtigen Kinder gehen heute nach Visselhövede und Rotenburg (Wümme) zur Schule.

Vereins- und Gemeinschaftsleben:

Das zum Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende Vereinswesen war und ist auch hier ein fester Bestandteil des Dorflebens. So wurde vor 1880 eine Feuerwehr aufgestellt und 1913 ein Gesangs- und ein Fahrradfahrerverein gegründet. Ab 1924 kam der Schützenverein hinzu, der mit der Ausrichtung der Schützen- und Erntefest stets den Mittelpunkt des dörflichen Miteinanders bildete. Gesangs- und Fahrradfahrerverein wurden im Laufe des 1. Weltkrieges aufgelöst. Eine Neugründung kam nicht zustande. Im Jahre 1974 fusionierten die Freiwilligen Feuerwehren Drögenbostel und Hiddingen und bilden seit dem eine gemeinsame Ortsfeuerwehr.

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Drögenbostel bilden eine gute Dorfgemeinschaft. Diese zu erhalten und zu pflegen liegt allen Drögenbostelern sehr am Herzen. Ausdruck dieses guten Miteinanders sind die vielen Veranstaltungen und Projekte, die in der Ortschaft durchgeführt werden. Zu den wiederkehrenden Aktivitäten der Dorfgemeinschaft gehören das Osterfeuer, gemeinsame Ausflüge, Schützen- und Erntefest sowie der sogenannte Nikolauspunsch. Feiern der Dorfgemeinschaft, aber auch private Veranstaltungen, finden im Gasthause Bremer statt, das seit 1908 besteht.

Besonders der Bereich „Kunst“ wurde in den letzten Jahren stark gefördert. So verfügt die Ortschaft über zwei Kunstwerke, die zum „Kunst in der Landschaft-Projekt“ gehören sowie über ein „Blaues Zimmer im Freien“, das im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbes „Dörfer für Kunst – Kunst fürs Dorf“ entstand und das überörtlich aufgrund der auffallenden Gestaltung bekannt ist.

In Drögenbostel gibt es darüber hinaus eine Dorfjugend – ein lockerer Zusammenschluss von Jugendlichen aus unserem Dorf.

Zu erwähnen ist auch der Gebrauchshundeverein Visselhövede, der am Ortsrand ein ehemaliges Bundeswehrgelände erworben hat und hier ausreichend Platz gefunden hat, um seine Aktivitäten auszuüben. Einmal jährlich findet hier nun auch ein Flohmarkt statt, der von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird.

Natur und Landschaft:

Der Höllenberg ist mit seinen 93,4 m die höchste Erhebung der Region. Dieser Bereich der Gemarkung ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Im nördlichen Teil der Gemarkung zwischen Röhlbach und Drögenbosteler Bach liegt der Drögenbosteler Bruch, der sich durch eine abwechslungsreiche Wald-, Wiesen- und Moorlandschaft auszeichnet. Auch dieser Bereich ist teilweise unter Landschaftsschutz gestellt.