Drögenbostel

Am nordöstlichen Rand von Visselhövede sowie des Landkreises Rotenburg befindet sich die Ortschaft Drögenbostel mit ihren z.Z. 153 Einwohnern. Davon sind 50 unter 18 Jahre alt, somit ein Ort mit einem sehr hohen Anteil junger Bewohner, in dem die Dorfgemeinschaft groß geschrieben wird.

Die erste urkundliche Erwähnung von Drögenbostel datiert aus dem Jahre 1275. Weitere bekannte Jahreszahlen sind 1464 (Verkauf eines Hofes an die Visselhöveder Johannisbruderschaft) und 1651 (Schenkung von drei Halbhöfen durch die schwedische Königin Christine nach dem Dreißigjährigen Krieg an den Grafen Königsmarck). 1780 gab es im Ort neben den in der Landwirtschaft Tätigen schon drei Frachtfuhrleute, einen Hirten für ca. 50-60 Kühe und Rinder sowie zwei Lohnarbeiter, die im Sommer nach Holland als Mäher fuhren. 1784 war eine eigene Schule notwendig geworden, vorher waren die Kinder bei Wind und Wetter nach Hiddingen zur Schule gegangen. In der Schule wurde bis 1962 unterrichtet.

Die Landesstraße 171 gliedert die Ortschaft in einen nördlichen und einen südlichen Teilbereich. Im nördlichen Teil befinden sich überwiegend die alten Hofstellen, auf denen heute allerdings nur noch ein Vollerwerbslandwirt tätig ist. Eingegliedert sind ehemalige Deputatgebäude. Alle alten Wohnhäuser auf den Hofstellen von 1526-1856 sind heute noch bewohnt, teilweise in mehrere Wohnbereiche aufgeteilt.

Der südliche Teil des Dorfes besteht überwiegend aus Einfamilienhausgrundstücken. Neben älteren vorhandenen Wohngebäuden entstand Anfang der 70er Jahre ein Wohngebiet (für 20 Familien), ein weiteres wurde vor vier Jahre erschlossen und wird fleißig bebaut. Viele zieht es nach Drögenbostel wegen der schönen Landschaft, die auch erhalten werden muss. In Drögenbostel sind z.Z. noch bebaubare Grundstücke vorhanden, die sich über den Ort verteilen. „Neubewohner“ werden sofort in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

Zum Vereinsleben gehören der Schützenverein und die Feuerwehr. 1974 sind beide Institutionen mit Hiddingen zusammengelegt worden. Im letzten Jahr wurde nach 30 Jahren das Schützenfest wieder in Drögenbostel gefeiert. Zu den wiederkehrenden Aktivitäten der Dorfgemeinschaft gehören im jährlichen Wechsel das Dorffest und der Sylvesterball, die in der Gaststätte mit Saal gefeiert werden können. Die Gasstätte besteht seit 1910 und ist die einzige Möglichkeit, Süßigkeiten und Eis oder Korn und Bier im Dorf zu erwerben. Weitere Aktivitäten sind ein Osterfeuer; eine Fahrradtour zu Himmelfahrt für die ganze Familie und der sog. Nikolauspunsch. Im Sommer findet Zelten für Kinder am Höllenberg statt. Der Höllenberg ist mit seinen 93 m die höchste Erhebung der Region. Das Umfeld ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Unmittelbar angrenzend beginnt der Landkreis Soltau-Fallingbostel.

Im nördlichen Teil der Gemarkung zwischen Röhlbach und Hahnenbach liegt der Drögenbosteler Bruch, der sich durch eine abwechslungsreiche Wald-, Wiesen- und Moorlandschaft auszeichnet. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist Drögenbostel in das international bekannte Projekt Kunst-Landschaft der Nachbargemeinde Neuenkirchen einbezogen worden. Auf einer baumbestandenen Wiese am nördlichen Rand der Gemarkung wurde der natürlichen Vegetation ein knorriger Pflaumenbaum aus Bronze hinzugefügt. Der zweite Teil der Arbeit ist ein panoramaartiges Ölgemälde von dieser Szenerie, welches auf dem Dachboden einer ehemaligen Hofstelle in Drögenbostel untergebracht ist.

Zu erwähnen ist auch der Gebrauchshundeverein Visselhövede, der am Ortsrand ein ehemaliges Bundeswehrgelände erworben hat und hier ausreichend Platz gefunden hat, um seine Aktivitäten auszuüben. Einmal jährlich findet hier nun auch ein Flohmarkt statt, der von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird.