Dreeßel

Mit derzeit 74 Einwohnern gehört Dreeßel zu den kleinsten Ortschaften der Stadt Visselhövede.

Die Gemarkungsgröße beträgt rd. 560 ha, wovon etwa ¾ Wald sind; im übrigen halten sich Acker- und Grünflächen etwa die Waage. Das Dörfchen mit den vielen alten Eichen, nur wenige hundert Meter von der Grenze zum Landkreis Verden entfernt, ist von weiten Feldern, Wiesen, Wäldern und Moor umgeben. Ein Ort der Ruhe, wenig Verkehr, für den Erholungssuchenden ideal!

Dreeßel ist auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt, wenn sich auch in den letzten Jahren einige Veränderungen ergeben haben. Vor 25 Jahren waren es noch 10 Vollerwerbsbetriebe; heute sind es nur noch zwei und vier Nebenerwerbsbetriebe. Die landwirtschaftlichen Flächen werden jedoch bis auf eine Ausnahme noch alle von Dreeßlern bewirtschaftet.

Geschichtlich wäre über Dreeßel zu erwähnen, dass es nach dem Jordebuch von 1717 in 1694 einen Vollhof gab, der von vier Meyern bewirtschaftet wurde. Es ist anzunehmen, dass es sich bei diesem Hof um die im Jahre 1395 urkundlich erwähnte Kote in Dreeßel handelt, die Graf Otto von Hoya dem Bischof Johann von Verden mit anderen Gütern der „Krummen Grafschaft“ zum Wiederkauf überlassen hatte. In den Aufzeichnungen über den Verkauf der „Krummen Grafschaft“ werden sogar zwei Kotstätten „Dresle“ bzw. „Dreslo“ erwähnt, wobei unter Kotstätten Katen (kleine Häuser) zu verstehen sind. Bischof Barthold zu Verden verkaufte 1479 u.a. den Stiftshof in Dreeßel mit dem Zehnten an Johann Vogt auf der Kettenburg zum Wiederkauf. In diesem Jahr verzichteten die Kinder Heinrichs von Dreeßel (von Dreslo) auf alle Ansprüche an dem Hof. Domprobst Albert zahlte dafür 10 Mark. Es ist anzunehmen, dass der Ortname Dreeßel von dem früheren Eigentümer dieses Hofes abgeleitet wurde.

Die Dorfgemeinschaft ist in Dreeßel noch sehr intakt; was auch durch das jährliche stattfindende Dorffest, an dem sich Jung und Alt gleichermaßen beteiligen, zum Ausdruck kommt. Praktiziert wird ebenfalls die immer seltener anzutreffende Nachbarschaftshilfe. Dazu gehört auch das sich gegenseitige Einladen bei Geburtstagsfeiern.

Dreeßel hatte bis 1961 mit 10-jähriger Unterbrechung (von 1938 – 1948 in Odeweg) eine eigene Schule. 1912 wurde das neue Schulgebäude errichtet (Hausnummer 12). Vorher befand sich die Schule im Gebäude Hs.Nr. 5. Jetzt gehen die Grundschüler in Jeddingen und die älteren Jahrgänge in Visselhövede zur Schule.

Dreeßel verfügt seit 1930 über einen Friedhof, auf dem auch nach der Gebietsreform die Bestattungen erfolgen.

Vereinsmäßig sind die Dreeßler so gut wie ausschließlich nach Jeddingen orientiert, was diese auch zu schätzen wissen. Ob es Feuerwehr, Schützenverein, Sportverein, Dorfjugend oder Volkstanzgruppe ist; die Dreeßler beteiligen sich immer gut.