Buchholz

Wenn man aus Visselhövede mit dem Fahrrad hinaus fährt über den Waldweg, am Regenrückhaltebecken vorbei und den letzten, versteckt unter hohen Eichen liegenden Hof auf der linken Seite hinter sich lässt, erreicht man schnell das Campingplatzgelände. Der ehemalige Wüstenhof liegt links von der Straße und ist eingegrünt von hohem Buschwerk, so dass die hölzernen Ferienhäuser kaum von der Straße aus zu sehen sind. Weiter zur Vissel hin ist ein See entstanden, der von den Campingbesuchern genutzt wird. Fährt man die Teerstraße weiter, liegt zur Rechten noch ein Hof, links führt der ehemalige „Kirchweg“ durch Wiesen hindurch nach Buchholz. Bleibt man auf der Teerstraße, gelangt man nach 1,5 km ebenfalls ins Dorf.

Buchholz liegt abseits der Kreisstraße und die Häuser stehen an der durch den Ort führenden Dorfstraße, die aber wie auch die anderen Wege keinen offiziellen Namen hat. Für Ortsfremde ist es nicht gerade einfach, sich in Buchholz zurechtzufinden, da ein System der Hausnummerierungen nicht besteht. Die Hausnummern sind in der Reihenfolge der Entstehung der Häuser zugeteilt worden. So findet man neben dem Grundstück mit der Nummer 2 das Wohnhaus mit der Nummer 41. Zur Verwirrung trägt auch bei, dass einige neuentstandene Baugrundstücke die ursprüngliche Hausnummer versehen mit einem Buchstaben a, b oder c tragen.

Trotz einiger neuer Häuser gibt es in Buchholz kein Neubaugebiet, so dass der ursprüngliche Charakter des Ortes erhalten geblieben ist, wenn auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten das ehemalige landwirtschaftlich geprägte Dorf natürlich verändert haben. So sind heute nur noch fünf landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und wenige Nebenerwerbsbetriebe in der Milchviehhaltung, in der Schweinemast sowie im Gemüseanbau tätig. Ein Hofladen, in dem frisches, selbst angebautes Gemüse, Früchte und Spargel aus umliegenden Betrieben sowie Fleisch und Wurstwaren aus eigener Produktion angeboten werden, vervollständigt das Bild des früheren Bauerndorfes. Über die Region hinaus bekannt ist Buchholz bei Reitern und Pferdesportlern durch die Hünersche Pferdezucht, die schon seit Generationen betreiben wird. Seit kurzem befindet sich eine größere Reitanlage im Dorf, die von Reitsportlern aus nah und fern genutzt wird.

Zum Erhalt des dörflichen Charakters von Buchholz trägt die Dorfgaststätte „Zum Burggraben“ bei, in der auch Fremdenzimmer zur Verfügung stehen und damit neben "Ferien auf dem Bauernhof“ das Dorf für den Fremdenverkehr empfehlen.

Für Wanderer, Radfahrer und Reiter bietet die Umgebung des Dorfes endlose Wege, viel unverbaute Natur und weitgehend natürlich belassene Nutzflächen.

Im Dorf befinden sich noch zwei größere Betriebe, ein Zimmereibetrieb, der sich auf Altbausanierung, Umbau und Ausbau sowie auf Entwurf, Planung und Herstellung von Wintergärten spezialisiert hat.

Im Dorf gibt es keine Vereine, aber das dörfliche Leben wird maßgeblich von der Freiwilligen Feuerwehr mitgestaltet und seit einiger Zeit auch durch eine aktive Dorfjugend unterstützt. So gehören die Fahrradrallye und die Grünkohlwanderung, Dorffeste, die alljährliche Müllsammelaktion und das Osterfeuer zu den wiederkehrenden Gemeinschaftsveranstaltungen.

Buchholz hat trotz all der strukturellen Veränderungen seinen dörflichen Charakter bewahrt, im Dorf lässt es sich gut wohnen und leben. Buchholz ist einfach l(i)ebenswert!

(Text von Friedemann Götz)