Bleckwedel

Am südwestlichen Rand des Visselhöveder Stadtgebietes und angrenzend an die Landkreise Verden und Soltau-Fallingbostel befindet sich die "Altgemeinde" Bleckwedel mit den Ortschaften Bleckwedel, Lehrden, Egenbostel sowie den einstelligen Höfen Tadel und Königshof.

Mit 1.500 ha Gesamtfläche gehört Bleckwedel zu den großen Gemarkungen des Stadtgebietes mit aber nur 135 Einwohnern, die sich zudem auf ca. sechs bebaute Ortslagen verteilen. Die einzelnen Orte haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert.

Es ist in all den Jahren zwar erneuert und ergänzt worden, aber wenig Neues ist hinzugekommen. Dies hat aber auch dazu beigetragen, dass hier noch sehr viel Ursprünglichkeit vorhanden ist.

Bleckwedel ist eine ausgesprochen waldreiche Gegend, immer wieder durchsetzt von Feldern und Wiesen. Den südlichen Rand des Gebietes bildet die Lehrde, deren Tal außerordentlich ansprechend ist. So ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche (ehemalige) landwirtschaftliche Betriebe Ferienwohnungen oder Fremdenzimmer anbieten.

Der eigentliche Ort Bleckwedel, früher auch Blickwedell geschrieben, bestand 1651 bereits aus drei Höfen, die der Grundherrschaft derer von der Kettenburg unterstanden. Im 19. Jahrhundert sind wahrscheinlich zwei weitere Höfe entstanden. Heute wird auf zwei Höfen noch Vollerwerbslandwirtschaft betrieben. Im Zentrum des Gemeindegebietes zwischen Bleckwedel und Egenbostel entstand 1848 das erste Schulgebäude in einem bisher unbebauten Bereich. 1885 wurde angrenzend ein Kolonialwarengeschäft eröffnet und 1921 auch der sehr schön am Wald gelegene Friedhof errichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Verstorbenen in Visselhövede beigesetzt.

Egenbostel hat eine sehr weit zurückreichende Geschichte. 1296 erscheint der Name in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Konrad von Verden, in der den Kirchengeschworenen eine "Hufe Landes" übertragen wird. 1695 gab es in Egenbostel, damals auch Edingeborstel und Eddinborstelde genannt. "2 gantze Höfe". Die Landwirte erhielten diese nach dem 30jährigen Kriege von der schwedischen Königin Christine zum Lehen. Mit der weiteren Kultivierung der Flächen begann man in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute ist noch ein Landwirt in Egenbostel tätig. Egenbostel hat sich im zurückliegenden Jahrhundert am deutlichsten verändert. Die entlang der Hauptstraße bis an die L 171 vorhandenen Gebäude sind in dieser Zeit entstanden. An der Einmündung in die L 171 befindet sich die Gaststätte Waldesruh, die auch heute noch betrieben wird.

Entlang des Tals der Lehrde hatten sich im 16. Jahrhundert "2 gantze und ½ Hof" angesiedelt. Der wohl älteste ist der Königshof. Der Sage nach war der Hof einst Eigentum des hannoverschen Königs, der hier zur Hirschjagd erschien. Der Nachbarhof soll damals das Gefolge und die Küche beherbergt haben. Hof Tadel, im Norden gelegen, gehörte im 13. Jahrhundert zur "Krummen Grafschaft", einem Freibann mit eigener Gerichtsbarkeit, damals "Hof zum Totele". auch "Tatel" und "Solte" genannt. 1685 wird er in der Topographie als "einstellig gantzer Herrenhof" geführt. Lehrden, Königshof und Hof Tadel werden heute von vier Vollerwerbslandwirten bewirtschaftet.

Die beschriebene Entfernung zwischen den Ortslagen hat immer schon zu einer sehr starken Eigenständigkeit seiner Bewohner geführt. Mangels ausreichender eigener Einwohnerzahl und je nach örtlicher Lage orientieren sich die Bewohner im Vereinsleben nach Stellichte, Jeddingen oder Schafwinkel. Die Dorfjugend ist überwiegend in Jeddingen integriert. Im Jahre 2004 hat erstmalig ein Dorffest für alle Bleckwedeler Ortschaften stattgefunden, das auch sehr viel Zuspruch fand.